Das
Johanniskraut
Hypericum
perforaticum
An
Johanni, dem 24. Juni, steht das Johanniskraut in voller Blüte. Die
fünf goldgelben, sternförmigen Blütenblätter haben
in der Mitte einen Tuff aus langen Staubbeuteln. Die Legende sagt, dass
es ein Zaubermittel gegen Dämonen ist und den Blitzeinschlag verhindert,
wenn man ein Büschel davon in den Speicher hängt.
Es
gibt auch Gartenzüchtungen, mit besonders großen Blüten,
die nicht unbedingt, die gleiche Heilwirkung haben wie die wilde Pflanze.
"Hartheu" wie das Johanniskraut aufgrund seiner harten Stängel auch
genannt wird, wächst aufrecht auf trockenen Böden an Weg- und
Waldrändern. Die wilden Samen können im Garten kultiviert werden.
Heilwirkung
Johanniskraut
regt die Drüsen der Verdauungsorgane an, auch Galle und Leber. Gegen
das Licht gehalten, erscheinen Blüten und Blätter hell gepunktete,
wie perforiert, daher kommt auch der lateinische Name, perforaticum. Diese
hellen Pünktchen sind Öldrüsen, die den roten Farbstoff
Hypericin enthalten. Zerreibt man ein Blütenköpfchen oder Blätter
mit den Fingerspitzen, so sieht man das rote Öl. Man schreibt ihm
energiespendende und beruhigende Wirkung zu. Es stärkt die Nerven
und beeinflusst depressive Zustände sehr positiv. Nach einer Sechs-Wochen-Kur
ist eine deutliche Aufhellung der Stimmungslage bei leicht depressiven
Menschen zu erkennen.
Ernte
und Aufbereitung:
Das
vollerblühte Kraut - Ende Juni hat es den höchsten Wirkstoffgehalt
- kurz über dem Boden abschneiden, bündeln und im Dunklen zum
Trocknen aufhängen. Die nicht verholzten Teile klein schneiden und
in Dosen aufbewahren .
Teebereitung:
Pro
Tasse 1 gehäufter Teel. Johanniskraut mit kochenden Wasser überbrühen
und 3 bis 4 min ziehen lassen. Je länger die Blätter und Blüten
ziehen, desto bitterer schmeckt der Tee. Ein wenig Honig sei gewährt.
Eine Winterkur, gegen die Depression, ist sehr hilfreich. Im Sommer sollte
man den Tee nicht kurmäßig anwenden, da Johanniskraut lichtempfindlich
macht. Ein oder zwei Tassen gelegentlich bewirken das sicher nicht.
Extra-Tipp:
Wenn
nicht gefastet wird, aber eins dieser unvorhersehbaren Stimmungstiefs auftritt,
die oft nur ein bis zwei Tage dauern, ist es hilfreich, sich mit einem
Anti-Depri-Tee wieder fit zu machen. Außer, du ziehst es vor, die
Decke über den Kopf zu ziehen und im Halbdunkel deines Bettes über
den Sinn des Lebens zu grübeln. Wenn nicht, dann überbrühe
1-2 Teel. Johanniskraut mit 1 l kochendem Wasser. Gib nach 2 min 1-2
Teel. Grünen Tee dazu. Lass noch weitere 2 min ziehen. Abgießen.
Diesen goldgrünen Tee über den Tag verteilt trinken. Schadet
auch im Sommer nicht.
Johanniskraut-Rotöl:
Das
Johanniskraut-Rotöl, hilft bei verschiedenen Beschwerden. Paracelsus
meint, dass es ein besseres Mittel zur Wundheilung gar nicht gäbe.
Kneipp preist das Rotöl als Einreibemittel gegen Schwellungen, Hexenschuss
und „Gichtverenkungen“ Es hilft bei Hautproblemen, Sonnenbrand , Verbrennungen
und Rheuma. Es ist auch innerlich bei Depression und Nervenschwäche
anzuwenden.
Zubereitung
des Öles
Frische
Blüten werden in ein kleines Marmeladenglas locker eingefüllt
und mit gutem Oliven- Sonnenblumen- oder Distelöl aufgegossen. Einige
Wochen in die Sonne stellen, bis es sich kräftig rot färbt. Mein
Lehrer in Heilpflanzenkunde sagte immer: Jedes mal wenn du an dem Glas
vorbeikommst, schüttelst du es ein wenig. Jedoch mindestens einmal
am Tag. Das Öl durch ein feines Tuch in ein dunkles Apothekerglas
filtern und verschließen. Es hält bis zum nächsten Juni
oder auch länger.
Die
Brennessel
Urtica
dioica
Das
pflanzliche Michaelsschwert, ist nicht nur blutreinigend, sondern auch
blutbildend, da es Eisen enthält. Nach einer vierwöchigen Brennessel-Teekur
im Frühling fühlt man sich gestärkt und verjüngt.
Mit
der Brennessel kann man Rheuma und Gicht heilen. Der Harnsäurewert
pendelt sich ein. Durch ihre entwässernde Wirkung reinigt die Nessel
Nieren und Darm, sie regt die Leberfunktion und den Gallenfluss an. Auch
bei degenerativen Gelenkserkrankungen ist sie zu empfehlen. Wie bei allen
Heiltee-Kuren nur 3 – 6 Wochen täglich 1 - 2 Tassen trinken.
Das
einfache ist oft das Wirksame,
Das
Milde ist oft das Starke,
Das
Einfühlsame ist oft das Nachhaltige,
Das
Natürliche ist oft das Erfolgreiche.
Ernte
und Aufbereitung
Pflücken
am besten in den Monaten Mai bis Juli am frühen Morgen, wenn noch
Tau auf den Pflanzen liegt. Mit Handschuhen und Schere geht es recht gut
und schmerzfrei. Wer allerdings gleich beim Pflücken etwas für
die arthrischen Finger tun will, der soll mit bloßen Händen
mutig angreifen. Die Nessel sollte im Halbschatten getrocknet oder gedörrt
werden, indem man sie bündelt und auf einer Leine zum Trocknen aufhängt.
Die alte Weisheit von Maria Treben, einer Kräuterfrau: In jedem Haushalt
muss eine Wäscheleine und eine Kräuterleine vorhanden sein
Teebereitung
Pro
Tasse, damit ist immer ¼ l gemeint, werden 1- 2 Teel. des
getrockneten Krautes mit kochendem Wasser aufgebrüht, 5 min ziehen
lassen. Wie jedes Heilkraut kann die Brennessel frisch verwendet werden.
Man benötigt dann ungefähr die dreifache Blattmenge. Die abgeseihten
Blätter finden als Gartendünger oder auf dem Kompost Verwendung.
Verwendung
in der Küche
Aus
jungen Pflanzen kann Brennessel-Spinat gekocht werden. Ich gebe zum Spinat
etwa 1/4 bis 1/3 Brennesseln und gare das Gemüse miteinander, schmecke
mit Pfeffer, Salz, Muskat und evtl. Rahm ab. Der Spinat bekommt durch die
Brennessel einen viel feineren und milderen Geschmack. Als Petersilienersatz
sind sie in Suppen, Soßen, Getreideküchlein und Ragouts allseits
verwendbar.
Für
den Naturschutz
Brennesseln
gehören in jeden Garten. Sie dienen den Raupen des „Kleinen Fuchses“
und des „Tagpfauenauges“ als spezielle Nahrung. Die bunten Schmetterling
erfreuen jeden Menschen. Außerdem sind sie wie die Beinwellblätter
ein fantastischer Mulch, weil sie ständig nachwachsen.
Die
Heilwirkung
Die
Brennessel wirkt positiv auf das Blut, die Leber und die Galle. Sie entwässert
und ist damit gut für die Niere und den gichtisch-rheumatischen Formenkreis.
